Wichtige Infos von der Fluglehrerfortbildung

von Georg Schwab

Ich hatte die Gelegenheit ein interessantes und  2-tägiges „Auffrischungsseminar“ (früher Fortbildungsseminar) für Fluglehrer an der Fliegerschule zu besuchen. Hier möchte ich Euch akut an einigen Informationen teilhaben lassen, da diese möglicherweise auch Euch oder Euren fliegerischen Bekanntenkreis auch tangieren können. Zwei Themenbereiche will ich hierbei ansprechen: Luftraum und Lizensierung.


Luftraum


Hier werden sich im Zusammenhang mit „SERA“ – der Angleichung der Luftraumstrukturen in Europa – ein paar Änderungen ergeben, die uns direkt betreffen. Es wird zum 11.Dezember diesen Jahres eine Änderung geben, nach denen die Lufträume „F“, die es in der Form nur in Deutschland gibt aufgehoben werden. Ersetzt werden diese durch eine „RMZ“, die zum größten Teil eine kleinere Ausdehnung haben werden als die früheren „F“. In diesem Bereichen wird die „RMZ“ (Radio Mandatory Zone) eingerichtet. Es ist für Einflug die Kontaktaufnahme auf der entsprechenden Frequenz NOTWENDIG. Hör- und Sprechbereitschaft ist zu halten. Es wird keine Freigabe erteilt – man verhält sich ähnlich, wie es z.B. in der USA üblich ist. Man gibt über Funk seine eigene Position und sein Vorhaben durch, hört gleichzeitig, wer noch auf der Welle ist und was derjenige vorhat. Man vermeidet tunlichst die „großen“, die vereinzelt diese Plätze anfliegen, zu stören, sondern kooperiert und reagiert aufeinander. Selbstverantwortlich. Also hier: Keine Angst vor dem Druck auf die Sendetaste. Das ist so gewollt. Es handelt sich um einen Versuch, ob das funktioniert. Andernfalls besteht die Gefahr, dass solche Plätze mit restriktiveren Maßnahmen „geschützt“ werden.

Leichte Änderungen der Sichtflugminima werden ebenfalls wirksam.

Die Änderungen „RMZ“ betrifft – wenn ich mich jetzt richtig erinnere  - 41 Plätze. Es wird eine Datei geben, in der ICAO-Kartenausschnitte zum Überkleben der eigenen ICAO-Karten als Übergangslösung bis zur Neuausgabe im Frühjahr 2015 geben. Interessant und wichtig für unsere motorisierten Kollegen.


Lizensierung


Hier hatte Klaus Viehmann (RP Kassel) einen umfangreichen Beitrag geleistet und aus der Sicht des RP Kassel dessen Handlungsweisen erläutert. Interessant natürlich die Umschreibungsgeschichte von GPL auf SPL. Hier MUSS jeder zum 9.4. einen neuen Schein in der Hand haben, um fliegen zu dürfen. Zu diesem Datum werden GPL ungültig. Bitte nunmehr unbedingt auch für die Segelfluglizenzen den Umschreibungsantrag stellen (Formulare auf den Seiten Deiner zuständigen Luftfahrtbehörde). Der RP Kassel (und die meisten anderen Luftämter/Bezirksregierungen) schreiben den Schein auf Antrag ohne Nachweis um. Auch wenn die Gültigkeitsbedingungen zum Zeitpunkt der Antragstellung NICHT gegeben sind, erhält man seinen neuen Schein. Folgende Sachen sind zu beachten: Wenn man zum Zeitpunkt der Umschreibung die Bedingungen gemäß LuftPersV erfüllt (25 Starts, 5 Starts je Startart) in den letzten 24 Monaten erfüllt, hat man 24 Monate Zeit, die NEUEN Bedingungen gem. EASA_FCL zu erfüllen. Das sind dann 5 Stunden und 15 Starts + 2 Übungsflüge mit Fluglehrer.

Es gibt allerdings in Deutschland wohl Luftämter mit ausgeprägter Schreib-Leseschwäche, die sich nicht an die abgesprochenen Vorgehensweisen halten (wollen) – insbesondere unser südlicher Freistaatsnachbar hat da scheinbar so ein paar Probleme. Hier bat Günter Bertram (DAeC, Braunschweig – dort auf der Homepage findet Ihr die Kontaktdaten) – darum, ihn bei Problemen zu informieren. Er wird sich über das Verkehrsministerium umgehend bemühen, dort für ein einheitliches Vorgehen zu sorgen.

Wer zum Umschreibungszeitpunkt nicht die Bedingungen erfüllt (keine Starts, kein Medical….), muss die Bedingungen unter Fluglehreraufsicht erfüllen (15 Starts/5 Stunden, 2 Übungsflüge) bevor er alle Rechte aus seiner Lizenz wieder ausüben darf.

Die Fristen, bis zu der der Schein umgeschrieben werden kann, sind AUFGEHOBEN. Das bedeutet auch nach dem 8.4.2015 kann man seinen Schein noch umschreiben lassen. Der RP Kassel schreibt sogar alte PPL(C) – die mit dem rosa Säuferbalken – in einen neuen Schein um…  Zu beachten ist natürlich, dass man erst mit Erhalt des neuen Scheines und nach Erfüllung der neuen EASA-Bedingungen unter Fluglehreraufsicht  die Rechte ausüben darf. Also Vereinskollegen, die vielleicht einige Jahre aus welchen Gründen auch immer inaktiv waren, können aus dem Keller auch 2018 ihren alten Schein kramen und diesen umschreiben lassen. Immer aber im Hinterkopf behalten, dass man nach dem 8.4.2015 nur noch mit gültigem neuen Schein fliegen darf. Hier ist zu entscheiden, ob ich einen international anerkannten „SPL“ beantrage – hier ist ein ICAO-Klasse2 Medical wie bisher notwendig oder ob mir der LAPL(S) reicht. Dieser ist in EASA-Land (EU + Schweiz) gültig und man muss nur verringerte Bedingungen beim Medical erfüllen. Auch die Gültigkeitsdauer der Tauglichkeitsuntersuchungen ist länger. Flüge z.B. in Namibia sind damit allerdings wohl nicht möglich.

Klaus Viehmann betonte, dass man bei der Beantragung in jedem Fall alle bisher ausgeübten Rechte/Startarten ankreuzen soll und danach auch seinen neuen Schein entsprechend kontrollieren muss, ob alles – z.B. Kunstflugberechtigung, die entsprechenden Lehrberechtigungen für die einzelnen Qualifikationen auch wirklich aufgeführt sind……


Karl-Heinz Abel machte in seinem Vortrag deutlich, warum wir Fluglehrer in baldiger Zukunft einer aussterbenden Art angehören werden. So sind bei Motorfluglehrern bei jeder zweiten Verlängerung (6 Jahre) und bei Segelfluglehrern bei jeder dritten Verlängerung (9 Jahre) umfangreiche Kompetenzprüfungen vorgesehen. Diese entsprechen einer kompletten Theorieprüfung inklusive einer 45-minütigen Lehrprobe und natürlich auch mit einem entsprechenden Prüfungsflug. In der anwesenden Fluglehrerschar bestand eine große Übereinstimmung darin, dass man mit Erreichen dieser „notwendigen Kompetenzüberprüfung“ den Götz von Berlichingen zitiert und seinen letzten Schulstart macht – so habe ich das auch nach derzeitigem Stand für mich entschieden.

Hier sind die Verbände weiter gefordert, diesen Brüsseler Regulierungschaoten mit ihren beamteten Handlangern die Grenzen aufzuzeigen. Eine Gelegenheit bietet sich am kommenden Wochenende beim Segelfliegertag in Braunschweig. Im Audimax findet eine Diskussion mit Fragemöglichkeit statt, in der Vertreter der EASA und der EU-Kommission unter Moderation von Meike Müller sich den Fliegern stellen wird. Diese Gelegenheit sollte nicht ungenutzt bleiben. Wer also die Möglichkeit hat, nach BS zu fahren möge auch diese Gesichtspunkte im Hinterkopf haben und auch zu artikulieren bereit sein.



So – das war´s für den Moment


Es grüßt Euch herzlich


Georg S.

Weitere interessante Infos von Georg Schwab

Liebe Mitglieder,


noch einmal eine kleine Erinnerung, Eure (unbegrenzt gültigen) Luftfahrerscheine (GPL´s) in neue (unbegrenzt gültige.....) EASA-konforme SPL oder LAPL(S) umzuwandeln. Denkt bitte daran, dass die einzelnen RP´s oder Luftämter eine große Menge an Scheinen noch ausstellen muss, und dass es möglicherweise zu Engpässen kommen kann. Sicher ist, dass der "unbegrenzt gültige" GPL nur noch begrenzt gülitg ist - bis zum 8.4.2015! 

Auf den Seiten der RP´s finden sich normalerweise die entsprechenden Formblätter zum Herunterladen. Bitte genau darauf achten, dass ALLE Rechte, die Ihr inne habt auch auf dem Formblatt angekreuzt werden und überprüft dringend nach Erhalt der neuen Lizenz, ob das auch auf Eurem neuen Papier so steht. 


Für die Entscheidung SPL - LAPL(S) ist wichtig zu wissen, was Ihr fliegerisch vorhabt. Der SPL basiert auf einem ICAO-konformen Class-2-Medical und wird problemlos/arm in den meisten ICAO-Staaten anerkannt. Der LAPL(S) ist nur in den EASA-Staaten gültig und basiert auf einem Medical mit geringeren Anforderungen. Hierbei sind sowohl die medizinischen Anforderungen geringer, als auch die Untersuchungszeiträume/Gültigkeitsdauer der Untersuchung länger. Beispiel: Ü50: Class-2 - 1 Jahr / Class3(LAPL(S) - 2 Jahre. 


Also nutzt die nächsten Wochenenden, um die entsprechenden Formulare zu Eurem RP/Luftamt zu schicken und die nächste Flugsaison mit einem gültigen Schein zu beginnen!



Zum Thema Luftraumänderungen zum 4.12.2014 hier ein Link auf ein Dokument des DAEC-LV NRW, in dem alles recht überschaubar dargestellt wird.


http://www.aeroclub-nrw.de/wpaero/wp-content/uploads/2014/11/SERA_Flyer_DAeC1.pdf


Für die Flachlandflieger ist das Ganze ja eigentlich kein Problem - eng wird´s für die - so auch für uns - die in den Mittelgebirgen oder im Hochgebirge fliegen. Hier ist im Rahmen der Vereinheitlichung der Regeln, die durchaus auf ICAO-Regeln basieren, eine deutliche Verschlechterung eingetreten, die durchaus zu eindeutigen Sicherheitsverlust führen wird! Ursache ist die Kappungsgrenze bei Flughöhen über 3000 ft MSL - hier ist dann nur noch "bodennah" zu fliegen, um die ggfs. notwendigen Wolkenabstände einzuhalten. Frühe Abflüge bei relativ niedriger Wolkenbasis ist dann legal nicht mehr möglich - das Außenlanderisiko wird daher deutlich erhöht. Für Motorflieger ein ähnliches Problem - die empfohlene Überlandflughöhe kann möglicherweise nicht eingehalten werden, Motorstörungen und AUßenlandungen werden riskanter, da möglicherweise nur eine geringe Flughöhe bei entsprechend einzuhaltenen Wolkenabständen im Mittelgebirge eingehalten werden kann und die Wahl eines geeigneten Außenlandefeldes nicht gerade vereinfacht.


Wieder einmal ist sichtbar, dass die EU-weite Vereinheitlichung von irgendwelchen Dingen nicht unbedingt positiv sind. Hier sogar sicherheitskritisch negativ. (Das ist eine wertende Aussage meinerseits.)



Es grüßt Euch herzlich


Georg S.

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